Stellungnahme von www.pro-Test.net - Das Netzwerk pro Vaterschaftstests
- zu den Vorschlägen von CSU und FDP und den jüngsten
Äußerungen von Frau Zypries zum Verbot von Vaterschaftstests.
Mit der Bitte um Weiterverbreitung in den jeweiligen Presseverteilern,
Zeitungsmedien, TV, Newslettern und Internetforen.
Beratung statt Bevormundung
Frau Zypries deutet in einigen Interviews an, dass sie darüber
nachdenkt, gerichtliche Tests zu erleichtern. Dies ist jedoch
kein neuer Gedanke. Bereits Mitte letzten Jahres war davon zu
hören. Warum dieser Gedanke wieder fallen gelassen wurde,
ist verwunderlich und es entsteht der Eindruck, dass die Ministerin
ursprünglich nicht bereit war, den betroffenen Männern
auch nur ein kleines Stück entgegen zu kommen und sie dies
jetzt nur tut, weil sie die Betroffenheit dieser Männer und
der Bevölkerung allgemein in dieser Frage völlig falsch
eingeschätzt hat. Es geht ihr nun darum, den Teil ihres Gendiagnostikgesetzes
zu retten, der Vaterschaftstests betrifft, obwohl das Meinungsbild
der Bevölkerung deutlich zeigt, dass sie hier an dieser Bevölkerung
vorbei regiert.
Auch die Stellungnahmen der CSU (Beate Merk) und der FDP (Knut
Steinhäuser) und deren Änderungsvorschläge gehen
in diese Richtung: Anstatt nun völlig neu über diese
Frage nachzudenken, wird durch kleine Änderungen versucht,
wenigstens ein großes Unrecht zu verhindern und in ein kleines
umzuwandeln.
Viele betroffene Männer werden in dem Gesetzesvorschlag
der CSU und der FDP eine Lösung für sich finden. Insofern
gehen beide Vorschläge in die richtige Richtung. Beide Vorschläge
- und auch der von Frau Zypries - sehen eine Vereinfachung der
gerichtlichen Prüfung der Vaterschaft vor. Ein eigener Rechtsanspruch
des Vaters auf Wissen um seine Vaterschaft, wie von der CSU gefordert,
ist dringend notwenig. Damit ist vielen Männern sicherlich
schon geholfen. Auch, dass die Vaterschaft nicht automatisch aberkannt
werden muss, wenn der Test negativ ist, ist für viele betroffene
Männer eine Erleichterung. Die Vorschläge von CSU und
FDP sehen darüber hinaus nur eine Informationspflicht der
Mutter des Kindes gegenüber vor. Die Familie wird jedoch
immer noch bei allen Gesetzesvorschlägen mit ihrem Problem
alleine gelassen.
Frau Zypries spricht noch darüber, dass es eine Person geben
muss, die deutlich die Interessen des Kindes in dieser Frage vertritt.
Damit erwägt sie erstmals, dass die Interessen der Mutter
mit den Interessen des Kindes in dieser Frage nicht übereinstimmen
und die Forderung nach einer Erlaubnis der Mutter
dann wohl auch gegen die Interessen des Kindes verstoßen
könnte. Undenkbar ist für sie aber nach wie vor, dass
die Interessen des Mannes hier deutlich vor anderen Interessen
höher zu bewerten sind. Damit verlässt sie auch das
Recht jedes Bürgers, vor einer Straftat geschützt zu
werden.
Ebenso unvorstellbar ist für sie, dass die Sicherheit um
die eigene Abstammung zu einem Grundrecht des Kindes gehört.
Hier ist auch der Kritikpunkt bei allen anderen Gesetzesvorschlägen
und Äußerungen der Politiker zu dieser Frage: Niemand
hat auch nur im entferntesten daran gedacht, dass es hier auch
darum geht, den Bürger vor einer Straftat zu schützen
und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um diesen,
in dieser Frage wohl absolut mangelhaften, Schutz zu verbessern.
Es geht in jedem Vorschlag nur darum, die Folgen dieses Verbrechens
zu lindern - und zwar nur für eines der Opfer und möglichst
auch für die Täterin, aber niemals für das männliche
Opfer. Anstatt diese Person als feige zu diffamieren - wie es
geschehen ist - sollte darüber nachgedacht werden, wie diesen
Menschen geholfen werden kann. Die Äußerungen der CSU
vom offenen Visier, wenn die Partnerin vom Test informiert
wurde, lassen darauf schließen, dass Verletzungen eingeplant
sind und die Angst vor den Verletzungen der Familie, viele Männer
davon abhalten soll, einen Vaterschaftstest machen zu lassen.
Auch hier hat also der Schutz der Täterin Vorrang vor dem
Schutz eines der Opfer. Ein beispielloses Vorgehen!
Männer, die trotz dieser Hürde einen Test machen lassen,
sehen sich und ihre Familie mit dem Ergebnis alleine gelassen
- Dramen, die sich dann abspielen sind einkalkuliert, womöglich
gar erwünscht um die Zahl der Tests möglichst klein
zu halten und die damit vertuschten Verbrechen weiter ignorieren
zu können. Besonders betroffen sind nach wie vor diejenigen
Männer, die - gar nicht feige, aber verantwortungsbewusst
- ihre Familie nicht mit ihrem, womöglich unbegründeten,
aber dennoch nicht zu verleugnenden und belastenden Verdacht,
gefährden wollen.
Nicht berücksichtigt sind außerdem die hohen Kosten
eines gerichtlich angeordneten Tests. Schon jetzt melden sich
Männer mit dem Problem, sich auch einen privaten Test nicht
leisten zu können. Ein gerichtlich angeordneter Test kostet
um das zehnfache eines privaten Test. Den betroffenen Männern
wird also noch mal eine weitere Hürde aufgebaut. Sicherheit
nur für wohlhabende Rüpel?
Die Befürchtung bleibt, dass kein Politiker an dem Schutz
der Opfer vor der Straftat interessiert ist. Dies ist aber die
Aufgabe des Staates. Damit kann er auch der einzelnen Person verbieten,
mit illegalen Mitteln für den eigenen Schutz sorgen zu müssen.
Jeder, der Männer- und Väterarbeit macht, weiß
aber um das Gefühl der Männer, zu wenig bis gar keinen
Schutz vor Straftaten durch den Staat zu erfahren. Dieses Gefühl
findet nur im Moment am Bespiel des Verbots von Vaterschaftstests
seine deutlichste Ausprägung - aber beileibe nicht die einzige.
Das, was hier mit den betroffenen Männern geschehen ist,
ist ein Verbrechen und muss auch so benannt werden dürfen.
Dem Schutz dieser Männer ist absoluter Vorrang einzuräumen.
Die Folgen dieses Verbrechens sind nicht diesen Männern anzulasten.
Dieses Verbrechen darf nicht unterstützt werden, um dessen
Folgen abzumildern oder zu vermeiden. Ein anderer Weg muss gefunden
werden, um weitere Schäden - für die beiden Opfer, aber
auch für die Familie insgesamt - zu vermeiden, bzw. zu mildern.
An dieser Stelle ist es dringend geboten, darauf hinzuweisen,
dass ein Beratungsangebot zu diesem Thema bislang völlig
fehlt. Diese Beratung braucht einen männlichen Berater (Männer-/Väterbüros),
richtet sich aber auch an betroffene Frauen und natürlich
an Kinder jeden Alters. Das Ziel soll sein, Beratung
schon bei den ersten Zweifeln anzubieten, bis hin zu therapeutischer
Hilfe bei Männern, die feststellen, dass ihr Kind
nicht ihr Kind ist. Sie soll ergebnisoffen sein, also als Ziel
nicht unbedingt den heimlichen Test haben. Oberstes
Ziel soll aber sein, die Schäden für die beiden Opfer
möglichst gering zu halten, bzw. Zweifel beim Mann zu zerstreuen
und damit die Basis für eine auf Sicherheit gegründete
Vaterschaft zu legen.
Es gilt, die Unterstützung der Politik für dieses Ziel
einzufordern!
Wolfgang Wenger
Dipl.Soz.-päd. (FH)
www.pro-Test.net - Das Netzwerk pro Vaterschaftstests
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