Betrifft:
Interview von Frau Zypries im SPIEGEL:
Heimliche Vaterschaftstests durch DNA-Abgleich


OFFENER BRIEF


Sehr geehrte Frau Ministerin,

mit Interesse habe ich Ihr jüngstes Interview im SPIEGEL gelesen zum
Thema "heimlicher Vaterschaftstest".

Meine Meinung hierzu (und nicht nur meine!) ist diese:

(a)

Ihr Verhalten zielt darauf (bewusst oder unbewusst), die Verfolgung von
Straftaten zu behindern; das ist selber eine Straftat.

Wenn Frauen ihren Ehemännern gegenüber falsche Angaben machen über die
Vaterschaft eines Kindes, um sich die Zahlungen des Ehemannes zu
sichern, der NICHT der Vater des Kindes ist, und/oder um sich das
Eheversprechen und/oder die Zusage der Vaterschafts-Anerkennung zu
sichern (genauer: zu erschleichen),

so ist dies eine Betrugshandlung und somit strafbar. Den Beweis dieser
Straftat von der Einwilligung der Täterin abhängig zu machen, ist absurd.

Ich stelle fest:

Eine Bundesjustizministerin legt ein Verhalten an den Tag, das geeignet
ist (das Ziel hat?), Straftäterinnen zu schützen und Opfern einerseits
die Beweislast aufzuerlegen, ihnen aber andererseits die
Beweismöglichkeiten zu nehmen.

(b)

Weiterhin stelle ich fest, dass Sie, verehrte Ministerin, die Vorschrift
des Grundgesetzes missachten, der Familie besonderen Schutz zukommen zu
lassen.

Die biologische Familie, zu der eben auch ein biologischer Vater gehört,
wird durch betrügerische Mütter dadurch zerstört, dass sie erst gar
nicht zusammen kommen kann.

Männern, die nicht biologischer Vater eines Kindes sind, aber glauben,
es zu sein, werden die Lebensjahre genommen, in denen es ihnen noch
möglich wäre, eine eigene Familie mit eigenen Kinder zu gründen -
genommen ist ihnen diese Möglichkeit, da sie ja von falschen Annahmen
ausgehen und da sie glauben, sie hätten ja eigene/s Kinder/er; so gehen
die Jahre vorüber, in denen sie noch die betrügerische Ehefrau verlassen
und eine neue Ehefrau finden könnten.

Sie, Frau Ministerin, nehmen also Vätern das Selbstbestimmungsrecht über
ihre biologische Reproduktion - und damit ein wesentliches Recht,
Lebensglück zu finden.

Und noch mehr:

Ihre Haltung liefe darauf hinaus, dass eine Bundesjustizministerin
vielen Kindern und vielen Vätern (den biologischen wie den
nicht-biologischen) de-facto das Recht auf eigene Familie nimmt bzw.
nehmen will bzw. nicht zubilligen will: Erst wird die Möglichkeit
genommen, und dadurch faktisch (im Ergebnis) das Recht.

Interessant, interessant.

(c)

Familienministerin Schmidt beklagt jüngst erst mit Interview vom
10.1.2005 (nachzulesen auf den Seiten von www.bundesregierung.de) die
Kinderlosigkeit in Deutschland.

So ein Wunder.

Während Frauen zwar behindert sind, Beruf und Mutterschaft zu verbinden,
aber doch gerne Kinder haben würden,

sinkt unter den jungen Männern in Deutschland die Bereitschaft, Kinder
zu zeugen bzw. Familie zu gründen:

Denn die jungen Männer wissen:

->
Bei einer Scheidungs-Wahrscheinlichkeit ihrer Ehe von 40% und einer
weiteren Wahrscheinlichkeit von 30-40% nach der Scheidung, durch die
Willkür der Kindesmutter die eigenen Kinder nicht mehr sehen zu dürfen,
aber für sie zahlen zu müssen;

und in der Einsicht, dann finanziell ruiniert zu sein ohne jede weitere
Chance auf neuerliche Familien-Gründung (eine Chance, welche die
alimentierte Mutter jederzeit wieder hat);

unter diesen Umständen kommen junge Männer immer mehr zu dem Schluss:

Das Risiko ist zu hoch.
Also besser erst gar keine Kinder bekommen.

->
Jeder junge Mann Deutschlands, der lesen kann, weiß inzwischen, was ihm
blüht, wenn nicht alles zu 100% glücklich ablaufen wird.

Jeder junge Mann Deutschlands kennt statistisch gesehen mindestens 2-4
Scheidungsväter, und er kennt die Geschichten, die er zu hören bekommt.

Folge: Zeugungs-Verzicht.

->
Sie, Frau Ministerin, tragen in diesem System dazu bei, dass immer
weniger Familien gegründet werden, weil immer mehr junge Männer völlig
korrekt feststellen, dass sie im Zweifelsfall ausgebeutet werden,
rechtlos sind und ihre Lebensperpektive vollständig werden verlieren können.

(d)

Va bene!

So stellt man Rechtssicherheit her,
so unterstützt man Familien,
so hebt man die Geburtenrate,
so macht man ein Land kinderfreundlich?

Verehrte Frau Ministerin:

Als Justizministerin sind Sie untragbar, denn ihre Äußerungen offenbaren
eine innere Haltung, die weder mit einer Demokratie vereinbar ist, noch
mit einem Rechtsstatt, noch mit der grundgesetzlichen Bindung der
staatlichen Gewalt an den Schutz der Familie.

Sie sollten das Amt nieder legen.
Sie sollten dieses Amt nicht weiter beschädigen.
Sie sollten Bürgervertrauen nicht weiter zerstören.

- - -

Mit freundlichen Gruessen,

Frank R. Walther


www.pro-Test.net - Das Netzwerk pro Vaterschaftstests