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- Was erwarten Sie von der Politik?
Kinder haben das Recht, ihre Herkunft zu kennen und Männer
haben das Recht, von Straftaten geschützt zu werden. Die
Unterschiebung von Kindern ist eine solche! Wir erwarten, dass
die Politik alles tut, um Kinder und Männer hier zu schützen
und zu ihrem Recht zu verhelfen und nicht, um ihnen Steine in
den Weg zu legen.
- Grundsätzlich: Was ist bei der Frage
von Vaterschaftstests zu beachten?
Männer brauchen Beratung und Hilfe in dieser Frage.
Anstatt darüber nachzudenken, überlegen sich die beteiligten
Politikerinnen Sanktionsmöglichkeiten.
- Warum sprechen Sie von "selbstbestimmten"
Tests?
Weil es allein Entscheidung des Mannes ist und bleiben muß,
ob er einen Test machen läßt. Auch eine evtl. Beratung
soll ihn hier in keine Richtung drängen - weder dahin einen
Test machen zu lassen, noch dahin ihn heimlich oder mit Absprache
mit der Partnerin zu machen. Es kommt auf den Einzelfall an und
jede Situation ist anders. Das muß man in der Beratung heraus
finden und alle Wege sollten offen sein. Kein Berater darf dies
diktieren - und erst Recht keine Justizministerin per Beschluß
von "oben".
- Heißt dies, das Ergebnis der Beratung
kann auch sein, KEINEN Test zu machen?
Natürlich, und hoffentlich nicht zu selten. Wenn erkannt
wird, dass das Problem nicht in der Unsicherheit über das
Kind besteht, sondern in einer allgemeinen Unsicherheit, ob der
Betreffende auch wirklich geliebt wird, ob er anderen vertrauen
kann, ob er nicht ständig irgendwie hintergangen wird, dann
können auch 10 Tests diese Unsicherheit nicht nehmen und
diesem Mann helfen. Dann liegt das Problem auf einer völlig
anderen Ebene. Aber auch hier gilt: Es ist die Entscheidung dieses
Mannes, was er machen will!
- Muß nicht vor dem mißbräuchlichen
Umgang mit Gendaten geschützt werden?
Ein Vaterschaftstest ist KEIN Gentest. Ein Vaterschaftstest ist
ein Vergleich von zwei Genproben. Das ist so, wie wenn sie zwei
Fingerabdrücke vergleichen: Sie können feststellen,
ob es eine Übereinstimmung gibt - mehr nicht. Sie können
in keinster Weise Rückschlüsse auf Erbkrankheiten oder
andere sensible Informationen ziehen. Der Versuch der Politik,
diese beiden unterschiedlichen Sachverhalte zu vermengen, ist
abzulehnen und wohl als "Mittel zum Zweck" zu verstehen.
- Was bereitet Ihnen hier den grössten
Unmut?
Die Rechte der Väter, aber auch in großem Umfange die
Rechte der Kinder werden zu wenig berücksichtigt. Es geht
jetzt nur noch darum, ob ein selbstbestimmter Vaterschaftstest
eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat darstellen soll. Das
muss man sich einmal verdeutlichen: Hier sollen Männer kriminalisiert
werden, deren einziges "Verbrechen" es ist, wissen zu
wollen ob sie Vater sind oder nicht! Und dem Recht der Kinder
auf Wissen ihrer Herkunft wird zu wenig Beachtung geschenkt!
- Welche Personen lassen Vaterschaftstests machen?
Entgegen einiger Vorstellungen, werden vermutlich die meisten
Vaterschaftstests von Frauen eingereicht oder von ihnen veranlasst.
Manchmal die Mutter, die sich nicht sicher ist, manchmal die Mutter
des Vaters - also die vermeintliche Großmutter. Oft aber
ist es die Zweitfrau oder neue Partnerin des Mannes. Die Zweitfamilie
des Mannes muss oft wegen starker finanzieller Belastungen auf
ein eigenes Kind verzichten. Da möchte die neue Partnerin
natürlich gerne wissen, ob dieses Opfer wenigstens "zurecht
verlangt" wird. Konkret eingereicht werden sie in ca. 30%
von Frauen.
- Bedeutet dies, dass das neue Gesetz in vielen
Fällen - wenn nicht gar den meisten - überhaupt nicht
greift?
Betrachten wir, wem ein solches Gesetz nutzen würde:
Dem "Vater" sicher nicht, denn ihm bleibt dann nur der
Gang vor Gericht. Das ist zeit- und kostenintensiver.
Dem Kind sicher auch nicht, denn es hat ein Recht auf das Wissen
um seine Herkunft. Zudem müsste gerade die Gesundheitsministerin,
die dieses Gesetz haben möchte wissen, wie wichtig die Kenntnis
über die erbliche Vorbelastung für die Gesundheitsvorsorge
ist.
Den Frauen nutzt das Gesetz nur begrenzt, vorwiegend denjenigen,
die dieses Gesetz missbrauchen wollen, um leichter ein Kind unterschieben
zu können.
Der Familie insgesamt sicher auch nicht, denn ein zweifelnder
Vater wird nur schwer eine innige Beziehung zum Kind und der Mutter
aufbauen können. Eine gerichtliche Untersuchung belastet
die Familie mehr - egal, wie das Ergebnis dann letztendlich aussieht.
Dem Staat nutzt das Gesetz, muss er im Extremfall doch als "Ersatzvater"
einspringen, wenn sich der mutmaßliche Vater als der falsche
herausstellt und der wirkliche Vater nicht mehr greifbar ist.
Es gibt aber noch eine Gruppe von "Vätern", denen
das Gesetz hilft. Es ist ja auch geplant, die gerichtliche Untersuchung
zu erleichtern. Dies hilft den Vätern, denen die Beziehung
zum Kind letztlich egal ist, ebenso wie die Beziehung zur Mutter.
Diese brauchen auf etwaige Befindlichkeiten und Enttäuschungen
keine Rücksicht zu nehmen und dürfen sich bei Frau Schmidt
und Frau Zypries bedanken. Kurioserweise wird dieses Verhalten
also unterstützt und belohnt!
- Bleiben wir bei der Beziehung Vater - Kind.
Was bedeutet so ein Test für diese Beziehung? Ist ein selbstbestimmter
Test nicht eine große Gefahr für das Kind?
Hier wird der Sachverhalt auf den Kopf gestellt: Nicht der zweifelnde
Vater ist der "Unruhestifter", sondern die gegenüber
ihrem Partner nicht offene Partnerin. Ein Vaterschaftsfeststellungsverfahren
per Gericht würde auch bei einem positiven Ausgang (d.h.
der mutmaßliche Vater ist der wirkliche Vater - zum Glück
ist dies ja noch der häufigste Ausgang des Tests) die Beziehung
in der Familie natürlich wesentlich stärker belasten
als ein selbstbestimmter Test.
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Wahrheit
sowohl für den Vater, als auch für das Kind, als auch
für die Familie insgesamt das Beste ist.
Auch das Verhalten von Adoptivkinder und ihre Suche nach den leiblichen
Eltern zeigt, wie wichtig die Abstammung für uns Menschen
ist. Dies wollte man lange Zeit nicht wahr haben. Man dachte lange
Zeit, nur die "soziale" Vater- oder Mutterschaft sei
wichtig. Erst seit wenigen Jahren wird man hier klüger. Der
LEIBLICHE Vater und die LEIBLICHE Mutter sind wichtig für
das Kind.
- Worauf muß man dann achten, wenn das
Kind seine leiblichen Eltern nicht kennt?
Die Erfahrung mit Adoptivkindern hat gezeigt, dass diese möglichste
früh von ihrem Familienstand als Adoptivkind erfahren sollten.
Dies gilt auch für "Kuckuckskinder". Hier auch
ein Wort an die Väter: Bei Zweifel zögern sie nicht
länger. Auch im Interesse des Kindes, aber auch im ureigendsten
Interesse: Lassen sie die Vaterschaft bald möglichst testen.
Der Schaden ist sowohl für sie, als auch für das Kind
in der Regel am geringsten, je früher die wahren Vaterschaftsverhältnisse
aufgedeckt werden. Für ein jüngeres Kind ist es vorwiegend
wichtig, dass es geliebt und versorgt wird und nimmt oftmals später
ganz natürlich Kontiakt zu seinem Vater auf.
- Aber kann dies so reibungslos klappen? Wie
wird der "Nicht-Vater" auf diesen Schock reagieren?
Man schätzt, dass 10% aller Kinder Kuckuckskinder sind. Bei
eingereichten Vaterschaftstests sind 20%-25% aller Fälle
Kuckuckskinder. Hier geht es aber schon um "Verdachtsfälle".
In 75% dieser Fälle ist der mutmaßliche Vater aber
tatsächlich der Vater. Die Beziehung ist dann geklärt
und er hat Sicherheit. Umgekehrt ist es für eine Beziehung
belastend, wenn ein Vater sich seiner Vaterschaft nicht sicher
ist.
Zudem ist es nur ein Klischee, wenn in der Diskussion um Vaterschaftstests
die Meinung vertreten wird, ein Mann wäre nicht fähig,
eine liebevolle Beziehung zu einem nicht-leiblichen Kind aufzunehmen.
Wenn dem so wäre, dürfte es kaum so viele Stiefväter
geben. Hier ist die Nicht-Vaterschaft von vorneherein klar und
deshalb gibt es auch kaum Probleme. Trauen sie als den Männer
ein bischen was zu! Aber auch hier die wichtige Erkenntnis: Je
früher der Mann von seiner Nicht-Vaterschaft weiß,
umso besser für ihn und das Kind.
- Und was, wenns nicht so reibungslos klappt?
Der Mann braucht Beratung, sinnvoller Weise von Mann zu Mann.
Er braucht schon im Vorfeld - schon wenn erste Zweifel auftreten
und noch gar nicht an einen Test gedacht wird - Einrichtungen,
an die er sich wenden kann. Hier wären Männer-/Väterbüros
gefragt, unter professioneller männlicher Leitung.
- Geht es ihnen und den Vätern denn nicht
nur um Geld?
Ohne Frage spielt natürlich auch Geld eine Rolle. Hier geht
es um Summen um bis zu 100 000 Euro in 18 bis 20 oder mehr Jahren.
Das wissen auch die Politiker/innen, die hier in die Geldbörsen
der betreffenden Männer greifen. Deshalb muss sich auch die
Politik die Frage gefallen lassen, ob es ihr nicht nur um das
Geld geht, denn im Extremfall müsste vielleicht der Staat
als "Ersatzvater" dieses Geld bezahlen, wenn der wirkliche
Vater nicht mehr zu greifen wäre. Für den Staat wäre
es aus dieser Sicht allemal billiger, wenn der Betrug an Kind
und Vater nicht mit einfachen Mitteln aufgedeckt werden kann.
Jeder sollte das Recht haben, sich vor einem so hohen Schaden
schützen zu dürfen!
Trotzdem reden wir hier aber hauptsächlich über eine
Beziehung, die auf Wahrheit aufgebaut werden muss. Der Betrug
betrifft hier drei Personen: Den Nicht-Vater, der denkt er sei
Vater, das Kind, das seinen wirklichen Vater vielleicht niemals
kennen lernt und den wirklichen Vater, der vielleicht nicht einmal
weiß, dass er Vater ist.
- Können Vaterschaftstests auch schaden?
Natürlich! Wenn man obige Punkte überhaupt nicht beachtet,
zu lange zögert, vorher und nachher emotional reagiert, nur
an sich selbst denkt (was für den Mann gilt, aber auch für
die Frau) usw.
Vaterschaftstests schaden aber auch, wenn sie NICHT gemacht werden,
wenn man zu lange zögert und von sich verlangt, mit dem "schlechten
Gefühl", mit der Angst und der Unsicherheit zu leben.
Unter welchen Vorzeichen wächst da ein Kind heran.
"Natürlich lieben Mütter ihre Kinder mehr als Väter
- sie können sicher sein, dass sie von ihnen sind",
sagte schon Aristoteles.
Umgekehrt: Was bedeutet dann die gewonnene Sicherheit für
Vater und Kind?
- Sind ihre Aktionen nicht im Gegensatz zum
Kindeswohl?
Nichts wird in Deutschland so sehr mißbraucht wie der Begriff
"Kindeswohl". Oft stehen bei näherem Hinsehen knallharte
Interessen der Mütter oder des Staates dahinter. Auch in
diesem Fall. Jedes Kind hat das Recht zu wissen, wer sein Vater
ist. Auch wenn die Mutter dies verhindern will. Wer sich wirklich
um das Kindeswohl sorgt, schafft kein Gesetz, das den Betrug am
Kind erleichtert.
- Welche Ängste haben Männer, die
einen Vaterschaftstest machen lassen?
Die Angst, dass sie Vater sind - oder die Angst, dass sie es nicht
sind. Je nachdem ist beides möglich. Im ersteren Fall ist
meist keine Beziehung zum Kind vorhanden, oft noch nicht mal eine
Beziehung zur Mutter oder diese ist zerstört. Kurioserweise
sind diese Männer von dem Gesetz kaum betroffen.
Im zweiten Fall ist es schwieriger: Oft besteht eine enge Beziehung
zum Kind. Der Mann hat Angst, diese Beziehung zu verlieren - nicht
weil er es will, sondern weil die Mutter den Umgang verweigern
könnte, wenn es nicht sein Kind ist. Hier brauchen die Männer
Hilfe, sich dagegen wehren zu können.
- Können Sie sich einen Kompromiss vorstellen?
Alles ist besser, als das, was jetzt geplant ist: Männer
zu kriminalisieren, weil sie wissen wollen, ob sie Vater sind
oder nicht.
Wenn dies verhindert werden kann und gleichzeitig gesichert wird,
dass der Mann Hilfe und Beratung bekommt und mit seinem Problem
nicht alleine ist, dann ist Pro-Test beendet.
- Wie bewerten sie das Gerichtsurteil des BHG,
daß Vaterschaftstests ohne Einverständnis der Mutter
nicht mehr vor Gericht anerkannt werden?
Das Urteil war zu erwarten. Die Rechtslage ist so. Das wird nur
vielen Leuten jetzt erstmals bewußt! Die Rechtslage benachteiligt
Männer und genau das wollen wir ändern. Gegen das "Selbstbestimmungsrecht"
des Kindes wird auch eingegriffen, wenn sie es mit Spinat füttern!
SIE wissen eben, daß das gut ist für ihr Kind.
Es ist gut für das Kind, daß es seine Abstammung kennt
und einen Vater vor sich hat, der sich sicher ist!
- Welcher Beweis kann jetzt noch vor Gericht
anerkannt werden, wenn noch nicht mal der eindeutigste Beweis
anerkannt wird?
Sie wissen, daß sie jetzt nicht Vater sind und müssen
eine gute Geschichte erfinden, mit der sie vor Gericht treten
können. Frau Zypries will, dass der Punkt NUR vor einem Gericht
geklärt werden kann, gleichzeitig wird der Beste aller Beweise
nicht anerkannt. Um mal zynisch zu werden: Das Beste ist, sie
sind 13 und ihr angeblicher Sohn 18. Wenn sie einen guten Anwalt
haben und clever sind, haben sie durchaus Chancen - es sei denn,
sie haben das Alter ihres angeblichen Kindes aus einer Geburtsurkunde
entnommen, die sie nicht berechtigt waren einzusehen. Das war
dann natürlich ein drastischer Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht
ihres Kindes und scheidet als Argument vor dem Gericht völlig
aus!
- Was war ihr bisher schlimmster Fall eines
Vaters, der feststellen musste, daß er NICHT Vater ist?
Meinen bisher schlimmsten Fall darf ich seit heute (12.01.) nicht
mehr nennen, weil der "Nichtvater" bei mir angerufen
hat, dass er erst einmal Pause braucht. Die ganze Diskussion rührt
alle alten Wunden wieder auf.
Und der Schutz dieser Männer hat absoluten Vorrang vor allen
Veröffentlichungen und dem willkommenen Medieninteresse!
Diese Männer haben genug mitgemacht, sind heilfroh, dass
endlich jemand an ihrem Schicksal Interesse hat, aber manchmal
bekommen sie erst jetzt langsam mit, was an ihnen verbrochen wurde.
Ich bekomme immer mehr Respekt vor diesen Menschen!
- Frau Zypries vergleicht einen Vaterschaftstest
mit dem Bruch des Briefgeheimnisses. Was halten sie davon?
Kein schlechter Vergleich. Bauen wir ihn aus: Ich habe also einen
Brief vor mir liegen. Ich vermute, daß in dem Brief mit
großer Wahrscheinlichkeit - nicht mit absoluter Sicherheit
- etwas über eine Straftat drinsteht, die an mir verübt
wurde, z.B. ein Betrug. Diese Straftat wird etwa 100 000 Euro
Schaden für mich bringen. Nicht zu vergessen, dass wahrscheinlich
meine ganze Lebensplanung, meine Lebensziele zerstört werden.
Und, ich könnte mich vergewissern was in dem Brief steht,
ohne dass jemand etwas davon merkt. Glauben Sie, die Drohung von
Frau Zypries würde mich dann erschrecken? Da muß sie
schon noch mit mehr als einem Jahr Haft drohen. Außerdem
würde mich wohl jeder vernünftig denkende Richter -
diese Einschränkung muß man leider machen - von jeder
Schuld freisprechen.
- Was bedeutet das Urteil des OLG, dass ein
heimlich gemachter Test vor Gericht nicht als Indiz für eine
"Nicht-Vaterschaft" anerkannt wird, für ihren weiteren
Kampf?
Wenn ich das Urteil recht verstehe, haben wir jetzt zwei "Nicht-Väter",
die aber trotzdem gezwungen werden, weiter Unterhalt für
ihre Kuckuckskinder zu bezahlen, incl. aller anderer Folgen, die
eine Vaterschaft so mit sich bringt.
Frau Zypries will nun, dass dies ein abgesegneter Dauerzustand
wird. Natürlich werden die Männer aber weiterhin ihre
Vaterschaft testen lassen, dann eben im Ausland. Das bedeutet,
bald sind es nicht mehr zwei Väter, sondern zweihundert.
Nach ein paar Monaten schon zweitausend. In ein bis zwei Jahren
sicher 10 000. Der Väteraufbruch für Kinder und auch
andere Organisationen, wie MANNdat e.V. und natürlich auch
meine Männer- und Jungenzentrale in Rosenheim stehen für
diese Männer gerne zur Verfügung, um das Unrecht, das
an ihnen geschieht, zu veröffentlichen. Ein Dauerbrenner
für Zeitungen, Radio und Fernsehen, ein unhaltbarer Zustand,
wenn einem der soziale Friede noch etwas wert ist. Frau Zypries
soll sich das noch einmal gut überlegen, bevor die SPD irgendwann
einmal wegen ihr an der 5%-Hürde scheitert. Ich habe Frau
Zypries bereits für die Ehrenmitgliedschaft im Väteraufbruch
für Kinder e.V. vorgeschlagen.
- Sind Sie persönlich betroffen von dem
Gesetz?
Ja - ganz einfach, weil JEDER von dem Gesetz persönlich betroffen
ist:
Es kann sein, dass irgendwo in Deutschland ein Kind von mir ist
- und ich hätte noch nicht mal das Recht zu erfahren, dass
es existiert.
Als Frau sind sie auch betroffen, weil es sein kann, dass sie
morgen ihre Mutter besuchen und zwischen der ersten und zweiten
Tasse Kaffee sagt sie ihnen, dass ihr Vater nicht ihr Vater ist.
Vielleicht noch mit den Worten: "Eigentlich geht es dich
ja nichts an, weil das mein informationelles Selbstbestimmungsrecht
ist."
- Halten Sie das angedrohte Gesetz für
pauschal "gegen Männer" gerichtet?
Im Prinzip schon, zumindest von der Absicht her, die dahinter
steht. Zwar ist das Gesetz geschlechtsneutral formuliert, man
muss aber wissen, dass 30% der Vaterschaftstests von Frauen eingereicht
werden und man schätzt, dass 60% aller Tests von Frauen initiiert
werden. Trotzdem spricht Frau Zypries von einer "Bestrafung
von Männern" und Frau Bender (B90/Die Grünen) gar
von einer "Feigheit der Männer". Durch derlei Aussagen
entstand in Männerkreisen sogar der Eindruck, dass nur der
Test für Männer verboten ist und Frauen nach wie vor
testen dürfen.
- Ist nicht die "soziale Vaterschaft"
wichtiger als die leibliche Vaterschaft?
Wenn das stimmt, müßte dasselbe auch für die Mutterschaft
gelten. Obigen Irrglauben beginnt man aber langsam abzulegen.
Natürlich ist die soziale Vaterschaft wichtig - es ist wichtig,
dass Kinder Männer in der Erziehung erleben. Trotzdem weiß
man heutzutage, wie wichtig es für ein Kind ist zu wissen,
wer seine leiblichen Eltern sind.
Wäre dies nicht so und wäre NUR die soziale Vater- und
Mutterschaft wichtig, dann könnte man auch die geborenen
Kinder wöchentlich in einer Tombola verlosen. Dann sind "wenigstens"
Mütter und Väter gleichermaßen benachteiligt.
- Ist eine Ehe oder Partnerschaft nicht ohnehin
schon am Ende, wenn der Mann einen heimlichen Test macht?
Ob eine Ehe oder Partnerschaft am Ende ist, entscheiden die beiden
Beteiligten. Der Mann sieht die Partnerschaft offensichtlich nicht
als "am Ende" und versucht durch einen heimlichen Test
einen Verdacht auszuräumen.
Wenn die Frau einen Detektiv engagiert, um einen Verdacht auszuräumen,
ist die Partnerschaft doch auch noch nicht am Ende - je nachdem,
was der Detektiv feststellt. Hier hat Frau Zypries keinerlei Einwände!
Wenn der Mann im Büro Überstunden macht - und dies schon
öfters - und die Frau ein "mulmiges Gefühl"
bekommt und einen Kontrollanruf macht, ist dann die Partnerschaft
"ohnehin schon am Ende"?
Trotzdem darf man dabei natürlich nicht aus dem Auge verlieren,
dass ständiges Nachspüren hinter dem Partner ein Problem
darstellen kann - ebenso wie dies z.B. ein Vaterschaftstest sein
kann. Es ist aber nicht die Aufgabe einer Justizministerin, dies
zu regeln, sondern Aufgabe von sozialen Trägern oder Therapeuten
und Sozialarbeiter, hier Beratung und Hilfe anzubieten.
- Ein rigoroses Verbot von anonymen Vaterschaftstests
ist immer noch im Gespräch. Als Ausgleich wird vorgeschlagen,
dass die gerichtliche Klärung der Vaterschaft an keine Bedingungen
mehr geknüpft ist. Was ist davon zu halten?
Dies ist mit Sicherheit ein Etappensieg, der vielen Betroffenen
hilft. Trotzdem ist es erst ein Etappensieg, der das gröbste
Unrecht erst einmal mildert. Drei Kritikpunkte gibt es zu erwähnen:
a) Der gerichtliche Test kostet zwischen 5000 und 10000 Euro.
Die meisten Väter können sich das nicht leisten und
sind daher gezwungen, VORHER einen billigeren anonymen Test zu
machen, bevor sie dieses Wagnis eingehen. Sie werden in diesem
Vorhaben aber nach wie vor kriminalisiert.
b) Frau Zypries offenbart immer noch ein miserables Männerbild
- und das sind immerhin 50% ihrer Wähler. Viele Väter
wollen einfach nur Sicherheit! Sie wollen nicht vor Gericht, sie
wollen sich vielleicht noch nicht mal scheiden lassen. Sie wollen
nur sicher sein, dass sie der Vater ihres Kindes sind. Welche
Belastung diese Unsicherheit für das Vater/Kind-Verhältnis
bedeutet, sollte auch einer Politikerin zu denken geben.
c) Nach wie vor gibt die Politik "gezwungenermaßen"
nach und denkt nicht weiter: Wo sind Hilfen für die betroffenen
Männer geplant? Wohin können sie sich wenden? Wie vermitteln
wir ihnen, dass ihnen großes Unrecht widerfahren ist und
dies eben NICHT gleichgültig ist. Der Anspruch, der an Männern
vermittelt wird ist immer noch der: "schlucks runter und
beiß die Zähne zusammen". Wir fordern außerdem
eine bessere strafrechtliche Verfolgung der betrügenden Mütter!
Das FAQ ist weitgehend, aber nicht in allen Einzelheiten mit dem
VafK, der Männerpartei und der Gruppe MANNdat e.V. abgesprochen.
Sollten einzelne Punkte für Zeitungsberichte entnommen werden
ist die Anmerkung wichtig, daß die Antworten vom Leiter des
Netzwerkes pro Vaterschaftstests (www.pro-Test.net), Wolfgang Wenger,
stammen.
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