FAQ - Fragen, die uns gestellt wurden

Folgende Fragen wurden uns bereits von der Presse gestellt, oder wir halten sie für wichtig.
Diese Liste wird auch weiter ergänzt
Sollten Sie eine Frage haben, die Sie hier vermissen, schichen Sie uns eine Mail.


  1. Was erwarten Sie von der Politik?
    Kinder haben das Recht, ihre Herkunft zu kennen und Männer haben das Recht, von Straftaten geschützt zu werden. Die Unterschiebung von Kindern ist eine solche! Wir erwarten, dass die Politik alles tut, um Kinder und Männer hier zu schützen und zu ihrem Recht zu verhelfen und nicht, um ihnen Steine in den Weg zu legen.

  2. Grundsätzlich: Was ist bei der Frage von Vaterschaftstests zu beachten?
    Männer brauchen Beratung und Hilfe in dieser Frage.
    Anstatt darüber nachzudenken, überlegen sich die beteiligten Politikerinnen Sanktionsmöglichkeiten.

  3. Warum sprechen Sie von "selbstbestimmten" Tests?
    Weil es allein Entscheidung des Mannes ist und bleiben muß, ob er einen Test machen läßt. Auch eine evtl. Beratung soll ihn hier in keine Richtung drängen - weder dahin einen Test machen zu lassen, noch dahin ihn heimlich oder mit Absprache mit der Partnerin zu machen. Es kommt auf den Einzelfall an und jede Situation ist anders. Das muß man in der Beratung heraus finden und alle Wege sollten offen sein. Kein Berater darf dies diktieren - und erst Recht keine Justizministerin per Beschluß von "oben".

  4. Heißt dies, das Ergebnis der Beratung kann auch sein, KEINEN Test zu machen?
    Natürlich, und hoffentlich nicht zu selten. Wenn erkannt wird, dass das Problem nicht in der Unsicherheit über das Kind besteht, sondern in einer allgemeinen Unsicherheit, ob der Betreffende auch wirklich geliebt wird, ob er anderen vertrauen kann, ob er nicht ständig irgendwie hintergangen wird, dann können auch 10 Tests diese Unsicherheit nicht nehmen und diesem Mann helfen. Dann liegt das Problem auf einer völlig anderen Ebene. Aber auch hier gilt: Es ist die Entscheidung dieses Mannes, was er machen will!

  5. Muß nicht vor dem mißbräuchlichen Umgang mit Gendaten geschützt werden?
    Ein Vaterschaftstest ist KEIN Gentest. Ein Vaterschaftstest ist ein Vergleich von zwei Genproben. Das ist so, wie wenn sie zwei Fingerabdrücke vergleichen: Sie können feststellen, ob es eine Übereinstimmung gibt - mehr nicht. Sie können in keinster Weise Rückschlüsse auf Erbkrankheiten oder andere sensible Informationen ziehen. Der Versuch der Politik, diese beiden unterschiedlichen Sachverhalte zu vermengen, ist abzulehnen und wohl als "Mittel zum Zweck" zu verstehen.

  6. Was bereitet Ihnen hier den grössten Unmut?
    Die Rechte der Väter, aber auch in großem Umfange die Rechte der Kinder werden zu wenig berücksichtigt. Es geht jetzt nur noch darum, ob ein selbstbestimmter Vaterschaftstest eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat darstellen soll. Das muss man sich einmal verdeutlichen: Hier sollen Männer kriminalisiert werden, deren einziges "Verbrechen" es ist, wissen zu wollen ob sie Vater sind oder nicht! Und dem Recht der Kinder auf Wissen ihrer Herkunft wird zu wenig Beachtung geschenkt!

  7. Welche Personen lassen Vaterschaftstests machen?
    Entgegen einiger Vorstellungen, werden vermutlich die meisten Vaterschaftstests von Frauen eingereicht oder von ihnen veranlasst. Manchmal die Mutter, die sich nicht sicher ist, manchmal die Mutter des Vaters - also die vermeintliche Großmutter. Oft aber ist es die Zweitfrau oder neue Partnerin des Mannes. Die Zweitfamilie des Mannes muss oft wegen starker finanzieller Belastungen auf ein eigenes Kind verzichten. Da möchte die neue Partnerin natürlich gerne wissen, ob dieses Opfer wenigstens "zurecht verlangt" wird. Konkret eingereicht werden sie in ca. 30% von Frauen.

  8. Bedeutet dies, dass das neue Gesetz in vielen Fällen - wenn nicht gar den meisten - überhaupt nicht greift?
    Betrachten wir, wem ein solches Gesetz nutzen würde:
    Dem "Vater" sicher nicht, denn ihm bleibt dann nur der Gang vor Gericht. Das ist zeit- und kostenintensiver.
    Dem Kind sicher auch nicht, denn es hat ein Recht auf das Wissen um seine Herkunft. Zudem müsste gerade die Gesundheitsministerin, die dieses Gesetz haben möchte wissen, wie wichtig die Kenntnis über die erbliche Vorbelastung für die Gesundheitsvorsorge ist.
    Den Frauen nutzt das Gesetz nur begrenzt, vorwiegend denjenigen, die dieses Gesetz missbrauchen wollen, um leichter ein Kind unterschieben zu können.
    Der Familie insgesamt sicher auch nicht, denn ein zweifelnder Vater wird nur schwer eine innige Beziehung zum Kind und der Mutter aufbauen können. Eine gerichtliche Untersuchung belastet die Familie mehr - egal, wie das Ergebnis dann letztendlich aussieht.
    Dem Staat nutzt das Gesetz, muss er im Extremfall doch als "Ersatzvater" einspringen, wenn sich der mutmaßliche Vater als der falsche herausstellt und der wirkliche Vater nicht mehr greifbar ist.
    Es gibt aber noch eine Gruppe von "Vätern", denen das Gesetz hilft. Es ist ja auch geplant, die gerichtliche Untersuchung zu erleichtern. Dies hilft den Vätern, denen die Beziehung zum Kind letztlich egal ist, ebenso wie die Beziehung zur Mutter. Diese brauchen auf etwaige Befindlichkeiten und Enttäuschungen keine Rücksicht zu nehmen und dürfen sich bei Frau Schmidt und Frau Zypries bedanken. Kurioserweise wird dieses Verhalten also unterstützt und belohnt!

  9. Bleiben wir bei der Beziehung Vater - Kind. Was bedeutet so ein Test für diese Beziehung? Ist ein selbstbestimmter Test nicht eine große Gefahr für das Kind?
    Hier wird der Sachverhalt auf den Kopf gestellt: Nicht der zweifelnde Vater ist der "Unruhestifter", sondern die gegenüber ihrem Partner nicht offene Partnerin. Ein Vaterschaftsfeststellungsverfahren per Gericht würde auch bei einem positiven Ausgang (d.h. der mutmaßliche Vater ist der wirkliche Vater - zum Glück ist dies ja noch der häufigste Ausgang des Tests) die Beziehung in der Familie natürlich wesentlich stärker belasten als ein selbstbestimmter Test.
    Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass die Wahrheit sowohl für den Vater, als auch für das Kind, als auch für die Familie insgesamt das Beste ist.
    Auch das Verhalten von Adoptivkinder und ihre Suche nach den leiblichen Eltern zeigt, wie wichtig die Abstammung für uns Menschen ist. Dies wollte man lange Zeit nicht wahr haben. Man dachte lange Zeit, nur die "soziale" Vater- oder Mutterschaft sei wichtig. Erst seit wenigen Jahren wird man hier klüger. Der LEIBLICHE Vater und die LEIBLICHE Mutter sind wichtig für das Kind.

  10. Worauf muß man dann achten, wenn das Kind seine leiblichen Eltern nicht kennt?
    Die Erfahrung mit Adoptivkindern hat gezeigt, dass diese möglichste früh von ihrem Familienstand als Adoptivkind erfahren sollten. Dies gilt auch für "Kuckuckskinder". Hier auch ein Wort an die Väter: Bei Zweifel zögern sie nicht länger. Auch im Interesse des Kindes, aber auch im ureigendsten Interesse: Lassen sie die Vaterschaft bald möglichst testen. Der Schaden ist sowohl für sie, als auch für das Kind in der Regel am geringsten, je früher die wahren Vaterschaftsverhältnisse aufgedeckt werden. Für ein jüngeres Kind ist es vorwiegend wichtig, dass es geliebt und versorgt wird und nimmt oftmals später ganz natürlich Kontiakt zu seinem Vater auf.

  11. Aber kann dies so reibungslos klappen? Wie wird der "Nicht-Vater" auf diesen Schock reagieren?
    Man schätzt, dass 10% aller Kinder Kuckuckskinder sind. Bei eingereichten Vaterschaftstests sind 20%-25% aller Fälle Kuckuckskinder. Hier geht es aber schon um "Verdachtsfälle". In 75% dieser Fälle ist der mutmaßliche Vater aber tatsächlich der Vater. Die Beziehung ist dann geklärt und er hat Sicherheit. Umgekehrt ist es für eine Beziehung belastend, wenn ein Vater sich seiner Vaterschaft nicht sicher ist.
    Zudem ist es nur ein Klischee, wenn in der Diskussion um Vaterschaftstests die Meinung vertreten wird, ein Mann wäre nicht fähig, eine liebevolle Beziehung zu einem nicht-leiblichen Kind aufzunehmen. Wenn dem so wäre, dürfte es kaum so viele Stiefväter geben. Hier ist die Nicht-Vaterschaft von vorneherein klar und deshalb gibt es auch kaum Probleme. Trauen sie als den Männer ein bischen was zu! Aber auch hier die wichtige Erkenntnis: Je früher der Mann von seiner Nicht-Vaterschaft weiß, umso besser für ihn und das Kind.

  12. Und was, wenns nicht so reibungslos klappt?
    Der Mann braucht Beratung, sinnvoller Weise von Mann zu Mann. Er braucht schon im Vorfeld - schon wenn erste Zweifel auftreten und noch gar nicht an einen Test gedacht wird - Einrichtungen, an die er sich wenden kann. Hier wären Männer-/Väterbüros gefragt, unter professioneller männlicher Leitung.

  13. Geht es ihnen und den Vätern denn nicht nur um Geld?
    Ohne Frage spielt natürlich auch Geld eine Rolle. Hier geht es um Summen um bis zu 100 000 Euro in 18 bis 20 oder mehr Jahren. Das wissen auch die Politiker/innen, die hier in die Geldbörsen der betreffenden Männer greifen. Deshalb muss sich auch die Politik die Frage gefallen lassen, ob es ihr nicht nur um das Geld geht, denn im Extremfall müsste vielleicht der Staat als "Ersatzvater" dieses Geld bezahlen, wenn der wirkliche Vater nicht mehr zu greifen wäre. Für den Staat wäre es aus dieser Sicht allemal billiger, wenn der Betrug an Kind und Vater nicht mit einfachen Mitteln aufgedeckt werden kann.
    Jeder sollte das Recht haben, sich vor einem so hohen Schaden schützen zu dürfen!
    Trotzdem reden wir hier aber hauptsächlich über eine Beziehung, die auf Wahrheit aufgebaut werden muss. Der Betrug betrifft hier drei Personen: Den Nicht-Vater, der denkt er sei Vater, das Kind, das seinen wirklichen Vater vielleicht niemals kennen lernt und den wirklichen Vater, der vielleicht nicht einmal weiß, dass er Vater ist.

  14. Können Vaterschaftstests auch schaden?
    Natürlich! Wenn man obige Punkte überhaupt nicht beachtet, zu lange zögert, vorher und nachher emotional reagiert, nur an sich selbst denkt (was für den Mann gilt, aber auch für die Frau) usw.
    Vaterschaftstests schaden aber auch, wenn sie NICHT gemacht werden, wenn man zu lange zögert und von sich verlangt, mit dem "schlechten Gefühl", mit der Angst und der Unsicherheit zu leben. Unter welchen Vorzeichen wächst da ein Kind heran.
    "Natürlich lieben Mütter ihre Kinder mehr als Väter - sie können sicher sein, dass sie von ihnen sind", sagte schon Aristoteles.
    Umgekehrt: Was bedeutet dann die gewonnene Sicherheit für Vater und Kind?

  15. Sind ihre Aktionen nicht im Gegensatz zum Kindeswohl?
    Nichts wird in Deutschland so sehr mißbraucht wie der Begriff "Kindeswohl". Oft stehen bei näherem Hinsehen knallharte Interessen der Mütter oder des Staates dahinter. Auch in diesem Fall. Jedes Kind hat das Recht zu wissen, wer sein Vater ist. Auch wenn die Mutter dies verhindern will. Wer sich wirklich um das Kindeswohl sorgt, schafft kein Gesetz, das den Betrug am Kind erleichtert.

  16. Welche Ängste haben Männer, die einen Vaterschaftstest machen lassen?
    Die Angst, dass sie Vater sind - oder die Angst, dass sie es nicht sind. Je nachdem ist beides möglich. Im ersteren Fall ist meist keine Beziehung zum Kind vorhanden, oft noch nicht mal eine Beziehung zur Mutter oder diese ist zerstört. Kurioserweise sind diese Männer von dem Gesetz kaum betroffen.
    Im zweiten Fall ist es schwieriger: Oft besteht eine enge Beziehung zum Kind. Der Mann hat Angst, diese Beziehung zu verlieren - nicht weil er es will, sondern weil die Mutter den Umgang verweigern könnte, wenn es nicht sein Kind ist. Hier brauchen die Männer Hilfe, sich dagegen wehren zu können.

  17. Können Sie sich einen Kompromiss vorstellen?
    Alles ist besser, als das, was jetzt geplant ist: Männer zu kriminalisieren, weil sie wissen wollen, ob sie Vater sind oder nicht.
    Wenn dies verhindert werden kann und gleichzeitig gesichert wird, dass der Mann Hilfe und Beratung bekommt und mit seinem Problem nicht alleine ist, dann ist Pro-Test beendet.

  18. Wie bewerten sie das Gerichtsurteil des BHG, daß Vaterschaftstests ohne Einverständnis der Mutter nicht mehr vor Gericht anerkannt werden?
    Das Urteil war zu erwarten. Die Rechtslage ist so. Das wird nur vielen Leuten jetzt erstmals bewußt! Die Rechtslage benachteiligt Männer und genau das wollen wir ändern. Gegen das "Selbstbestimmungsrecht" des Kindes wird auch eingegriffen, wenn sie es mit Spinat füttern! SIE wissen eben, daß das gut ist für ihr Kind.
    Es ist gut für das Kind, daß es seine Abstammung kennt und einen Vater vor sich hat, der sich sicher ist!

  19. Welcher Beweis kann jetzt noch vor Gericht anerkannt werden, wenn noch nicht mal der eindeutigste Beweis anerkannt wird?
    Sie wissen, daß sie jetzt nicht Vater sind und müssen eine gute Geschichte erfinden, mit der sie vor Gericht treten können. Frau Zypries will, dass der Punkt NUR vor einem Gericht geklärt werden kann, gleichzeitig wird der Beste aller Beweise nicht anerkannt. Um mal zynisch zu werden: Das Beste ist, sie sind 13 und ihr angeblicher Sohn 18. Wenn sie einen guten Anwalt haben und clever sind, haben sie durchaus Chancen - es sei denn, sie haben das Alter ihres angeblichen Kindes aus einer Geburtsurkunde entnommen, die sie nicht berechtigt waren einzusehen. Das war dann natürlich ein drastischer Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht ihres Kindes und scheidet als Argument vor dem Gericht völlig aus!

  20. Was war ihr bisher schlimmster Fall eines Vaters, der feststellen musste, daß er NICHT Vater ist?
    Meinen bisher schlimmsten Fall darf ich seit heute (12.01.) nicht mehr nennen, weil der "Nichtvater" bei mir angerufen hat, dass er erst einmal Pause braucht. Die ganze Diskussion rührt alle alten Wunden wieder auf.
    Und der Schutz dieser Männer hat absoluten Vorrang vor allen Veröffentlichungen und dem willkommenen Medieninteresse! Diese Männer haben genug mitgemacht, sind heilfroh, dass endlich jemand an ihrem Schicksal Interesse hat, aber manchmal bekommen sie erst jetzt langsam mit, was an ihnen verbrochen wurde. Ich bekomme immer mehr Respekt vor diesen Menschen!

  21. Frau Zypries vergleicht einen Vaterschaftstest mit dem Bruch des Briefgeheimnisses. Was halten sie davon?
    Kein schlechter Vergleich. Bauen wir ihn aus: Ich habe also einen Brief vor mir liegen. Ich vermute, daß in dem Brief mit großer Wahrscheinlichkeit - nicht mit absoluter Sicherheit - etwas über eine Straftat drinsteht, die an mir verübt wurde, z.B. ein Betrug. Diese Straftat wird etwa 100 000 Euro Schaden für mich bringen. Nicht zu vergessen, dass wahrscheinlich meine ganze Lebensplanung, meine Lebensziele zerstört werden. Und, ich könnte mich vergewissern was in dem Brief steht, ohne dass jemand etwas davon merkt. Glauben Sie, die Drohung von Frau Zypries würde mich dann erschrecken? Da muß sie schon noch mit mehr als einem Jahr Haft drohen. Außerdem würde mich wohl jeder vernünftig denkende Richter - diese Einschränkung muß man leider machen - von jeder Schuld freisprechen.

  22. Was bedeutet das Urteil des OLG, dass ein heimlich gemachter Test vor Gericht nicht als Indiz für eine "Nicht-Vaterschaft" anerkannt wird, für ihren weiteren Kampf?
    Wenn ich das Urteil recht verstehe, haben wir jetzt zwei "Nicht-Väter", die aber trotzdem gezwungen werden, weiter Unterhalt für ihre Kuckuckskinder zu bezahlen, incl. aller anderer Folgen, die eine Vaterschaft so mit sich bringt.
    Frau Zypries will nun, dass dies ein abgesegneter Dauerzustand wird. Natürlich werden die Männer aber weiterhin ihre Vaterschaft testen lassen, dann eben im Ausland. Das bedeutet, bald sind es nicht mehr zwei Väter, sondern zweihundert. Nach ein paar Monaten schon zweitausend. In ein bis zwei Jahren sicher 10 000. Der Väteraufbruch für Kinder und auch andere Organisationen, wie MANNdat e.V. und natürlich auch meine Männer- und Jungenzentrale in Rosenheim stehen für diese Männer gerne zur Verfügung, um das Unrecht, das an ihnen geschieht, zu veröffentlichen. Ein Dauerbrenner für Zeitungen, Radio und Fernsehen, ein unhaltbarer Zustand, wenn einem der soziale Friede noch etwas wert ist. Frau Zypries soll sich das noch einmal gut überlegen, bevor die SPD irgendwann einmal wegen ihr an der 5%-Hürde scheitert. Ich habe Frau Zypries bereits für die Ehrenmitgliedschaft im Väteraufbruch für Kinder e.V. vorgeschlagen.

  23. Sind Sie persönlich betroffen von dem Gesetz?
    Ja - ganz einfach, weil JEDER von dem Gesetz persönlich betroffen ist:
    Es kann sein, dass irgendwo in Deutschland ein Kind von mir ist - und ich hätte noch nicht mal das Recht zu erfahren, dass es existiert.
    Als Frau sind sie auch betroffen, weil es sein kann, dass sie morgen ihre Mutter besuchen und zwischen der ersten und zweiten Tasse Kaffee sagt sie ihnen, dass ihr Vater nicht ihr Vater ist. Vielleicht noch mit den Worten: "Eigentlich geht es dich ja nichts an, weil das mein informationelles Selbstbestimmungsrecht ist."

  24. Halten Sie das angedrohte Gesetz für pauschal "gegen Männer" gerichtet?
    Im Prinzip schon, zumindest von der Absicht her, die dahinter steht. Zwar ist das Gesetz geschlechtsneutral formuliert, man muss aber wissen, dass 30% der Vaterschaftstests von Frauen eingereicht werden und man schätzt, dass 60% aller Tests von Frauen initiiert werden. Trotzdem spricht Frau Zypries von einer "Bestrafung von Männern" und Frau Bender (B90/Die Grünen) gar von einer "Feigheit der Männer". Durch derlei Aussagen entstand in Männerkreisen sogar der Eindruck, dass nur der Test für Männer verboten ist und Frauen nach wie vor testen dürfen.

  25. Ist nicht die "soziale Vaterschaft" wichtiger als die leibliche Vaterschaft?
    Wenn das stimmt, müßte dasselbe auch für die Mutterschaft gelten. Obigen Irrglauben beginnt man aber langsam abzulegen. Natürlich ist die soziale Vaterschaft wichtig - es ist wichtig, dass Kinder Männer in der Erziehung erleben. Trotzdem weiß man heutzutage, wie wichtig es für ein Kind ist zu wissen, wer seine leiblichen Eltern sind.
    Wäre dies nicht so und wäre NUR die soziale Vater- und Mutterschaft wichtig, dann könnte man auch die geborenen Kinder wöchentlich in einer Tombola verlosen. Dann sind "wenigstens" Mütter und Väter gleichermaßen benachteiligt.

  26. Ist eine Ehe oder Partnerschaft nicht ohnehin schon am Ende, wenn der Mann einen heimlichen Test macht?
    Ob eine Ehe oder Partnerschaft am Ende ist, entscheiden die beiden Beteiligten. Der Mann sieht die Partnerschaft offensichtlich nicht als "am Ende" und versucht durch einen heimlichen Test einen Verdacht auszuräumen.
    Wenn die Frau einen Detektiv engagiert, um einen Verdacht auszuräumen, ist die Partnerschaft doch auch noch nicht am Ende - je nachdem, was der Detektiv feststellt. Hier hat Frau Zypries keinerlei Einwände!
    Wenn der Mann im Büro Überstunden macht - und dies schon öfters - und die Frau ein "mulmiges Gefühl" bekommt und einen Kontrollanruf macht, ist dann die Partnerschaft "ohnehin schon am Ende"?
    Trotzdem darf man dabei natürlich nicht aus dem Auge verlieren, dass ständiges Nachspüren hinter dem Partner ein Problem darstellen kann - ebenso wie dies z.B. ein Vaterschaftstest sein kann. Es ist aber nicht die Aufgabe einer Justizministerin, dies zu regeln, sondern Aufgabe von sozialen Trägern oder Therapeuten und Sozialarbeiter, hier Beratung und Hilfe anzubieten.

  27. Ein rigoroses Verbot von anonymen Vaterschaftstests ist immer noch im Gespräch. Als Ausgleich wird vorgeschlagen, dass die gerichtliche Klärung der Vaterschaft an keine Bedingungen mehr geknüpft ist. Was ist davon zu halten?
    Dies ist mit Sicherheit ein Etappensieg, der vielen Betroffenen hilft. Trotzdem ist es erst ein Etappensieg, der das gröbste Unrecht erst einmal mildert. Drei Kritikpunkte gibt es zu erwähnen:
    a) Der gerichtliche Test kostet zwischen 5000 und 10000 Euro. Die meisten Väter können sich das nicht leisten und sind daher gezwungen, VORHER einen billigeren anonymen Test zu machen, bevor sie dieses Wagnis eingehen. Sie werden in diesem Vorhaben aber nach wie vor kriminalisiert.
    b) Frau Zypries offenbart immer noch ein miserables Männerbild - und das sind immerhin 50% ihrer Wähler. Viele Väter wollen einfach nur Sicherheit! Sie wollen nicht vor Gericht, sie wollen sich vielleicht noch nicht mal scheiden lassen. Sie wollen nur sicher sein, dass sie der Vater ihres Kindes sind. Welche Belastung diese Unsicherheit für das Vater/Kind-Verhältnis bedeutet, sollte auch einer Politikerin zu denken geben.
    c) Nach wie vor gibt die Politik "gezwungenermaßen" nach und denkt nicht weiter: Wo sind Hilfen für die betroffenen Männer geplant? Wohin können sie sich wenden? Wie vermitteln wir ihnen, dass ihnen großes Unrecht widerfahren ist und dies eben NICHT gleichgültig ist. Der Anspruch, der an Männern vermittelt wird ist immer noch der: "schlucks runter und beiß die Zähne zusammen". Wir fordern außerdem eine bessere strafrechtliche Verfolgung der betrügenden Mütter!

Das FAQ ist weitgehend, aber nicht in allen Einzelheiten mit dem VafK, der Männerpartei und der Gruppe MANNdat e.V. abgesprochen. Sollten einzelne Punkte für Zeitungsberichte entnommen werden ist die Anmerkung wichtig, daß die Antworten vom Leiter des Netzwerkes pro Vaterschaftstests (www.pro-Test.net), Wolfgang Wenger, stammen.


 

www.pro-Test.net - Das Netzwerk pro Vaterschaftstests